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Anna Zimmermann

ECHOS

11.04.2026 – 09.08.2026

Ein ECHO ist Antwort und Erinnerung zugleich, ein Zusammenspiel von Klang und Raum. Auch Anna Zimmermanns Plastiken stehen nicht isoliert. Sie treten in Resonanz – mit ihrer Umgebung, mit dem Licht und mit uns als Betrachtenden. Die Formen scheinen vertraut und entziehen sich doch einer eindeutigen Zuordnung. Sind es Blüten oder Korallen, unbekannte, vielleicht außerirdische Lebensformen? Sind sie freundlich oder abweisend, beschützend oder gefährlich? Mikroskopische Aufnahmen oder Stadtansichten? Ist man Betrachter oder wird betrachtet? Einige ihrer Plastiken – diese geschlossenen, schillernden Wesen ohne Öffnungen – wirken fast unheimlich in ihrer Perfektion. Sie nehmen nichts auf, sie geben nichts ab, sie stehen für sich. Und doch berühren sie uns, weil sie etwas sehr Menschliches an sich haben. Sie erinnern an Menschen, die sich schützen, ganz bei sich sind und eine besondere Schönheit, eine verletzliche Würde ausstrahlen. „Schutzräume“, Kreise aus Glas, deren farbige Schatten einen weiteren Kreis ziehen, schließen sich an das Thema an. Andere Arbeiten tragen etwas Morbides in sich, ein Echo von Vergänglichkeit, von Erinnerung, vielleicht auch Trost. Wie alles in Zimmermanns Kunst schwingen immer Gegensätze mit: Leben und Tod, Nähe und Distanz, Licht und Dunkel. Aber: Es geht nicht um ein Benennen oder Festlegen. Die Künstlerin lädt uns ein, offen zu betrachten. Denn wie ein Buch, das man zu unterschiedlichen Zeiten anders liest, eröffnen die Arbeiten immer neue Bedeutungen, sie verändern sich, sobald man sich ihnen nähert.

Greta Butuci