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Derailment, 2000–2001

Cor-ten steel, 4 waggons, each approx.: 83 × 370 × 53 cm

Juan Muñoz Estate, Madrid, Foto: Stefan Hostettler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Derailment, 2000–2001

COR-TEN-Stahl, 4 Waggons, je ca.: 83 × 370 × 53 cm

Juan Muñoz Estate, Madrid, Foto: Stefan Hostettler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Derailment (Innenansicht), 2000–2001

COR-TEN-Stahl, 4 Waggons, je ca.: 83 × 370 × 53 cm

Juan Muñoz Estate, Madrid, Foto: Stefan Hostettler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Conversation Piece II, 2001

Bronze, 6 Figuren, je ca. : 160 × 80 × 80 cm

Sammlung Droege, Düsseldorf, Foto: Stefan Hostettler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Ventriloquist Looking at a Double Interior, 1988–2000

Verschiedene Materialien auf Stoff, Motor, Kunstharz, Silikon, Holz; Zeichnung, je: 146,5 × 100 cm, Figur: 63 × 25 × 25 cm

Juan Muñoz Estate, Madrid, Foto: Stefan Hostettler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Hanging Figure, 1997

Motor, Kunstharz, Seil, 160 × 70 × 50 cm

Juan Muñoz Estate, Madrid, Foto: Stefan Hostettler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Staring at the Sea I, 1997–2000

Pappe, Spiegel, Polyesterharz, 155 × 55 × 65 cm

Juan Muñoz Estate, Madrid, Foto: Stefan Hostettler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Sara with Billiard Table, 1996

Polyesterharz, Billardtisch, Beleuchtung, 126 × 268 × 180 cm

Juan Muñoz Estate, Madrid, Foto: Stefan Hostettler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Untitled, 2001

Bronze, Fiberglas, Polyesterharz, Pigmente, 140 × 65 × 80 cm

Frith Street Gallery, London, Foto: Luise Heuter, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Untitled (Detail), 2001

Bronze, Fiberglas, Polyesterharz, Pigmente, 140 × 65 × 80 cm

Frith Street Gallery, London, Foto: Luise Heuter, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Straight Banister with Knife, 1986–1987

Eisen, Messer, Holz, 9,5 × 199,5 × 14,5 cm

Juan Muñoz Estate, Madrid, Foto: Luise Heuter, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Blotter Figure with Shutter I, 1999

Polyesterharz; Figur: 154,5 × 64 × 49 cm, Rolladen: 251 × 249 × 5,5 cm

Juan Muñoz Estate, Madrid, Foto: Stefan Hostettler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Schwelle, 1991

Bronze, Terracotta, Größe variabel

Juan Muñoz Estate, Madrid, Foto: Stefan Hostettler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Two Figures Looking Sideways, 1996–1997

Acryl (Industriebodenfarbe), Polyesterharz, Holz, Baustrahler, ca.: 125 × 100 × 80 cm

Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich, Foto: Stefan Hostettler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Dwarf with Floor, 1989/1994

Papier maché, Linoleum; Figur: 120 × 58 × 40 cm, Boden ca.: 30 m²

Juan Muñoz Estate, Madrid, Foto: Luise Heuter, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Livingin a Round Shoebox, 1995

Eisen, verschiedene Materialien, Motor, 77,5 x 15 x 155 cm

Juan Muñoz Estate, Madrid, Foto: Luise Heuter, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Box, 1998

Bronze, Spiegel, Holz, 70 × 68,5 × 30 cm

Juan Muñoz Estate, Madrid, Foto: Stefan Hostettler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Derailment, 2000–2001

COR-TEN-Stahl, 4 Waggons, je ca.: 83 × 370 × 53 cm

Juan Muñoz Estate, Madrid, Foto: Stefan Hostettler, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Juan Muñoz

13.04.2018 – 12.08.2018
Kuratiert von Dieter Schwarz

Eröffnung:
Sonntag, 15.04.2018
12 – 17 Uhr

 

Juan Muñoz (1953–2001) zählt zu den Künstlern, die in den 1980er Jahren als Reaktion auf den Minimalismus und andere abstrakte Strömungen die figurative Skulptur wieder ins Spiel brachten. Muñoz ist ein Erzähler, der sich der Zeichnung und des Raums bedient, in den er Figuren und Dinge stellt. Es geht um die Grundsituation, mit der jede Erzählung beginnt – eine Person tritt in einen Raum.

Der Raum ist durch alltägliche Objekte angedeutet – eine Wendeltreppe, Balkone, einen Handlauf. Es sind vertraute Dinge, Requisiten für ein Theaterstück, das ungespielt bleibt. Erstmals zeichnet Muñoz mit der Wendeltreppe im Raum die für ihn typische Figur der Umdrehung. Die Balkone suggerieren Hauswand und Außenraum; der Handlauf markiert eine Passage, bietet Sicherheit an, doch auf der Rückseite ist ein aufgeklapptes Messer angebracht – eine versteckte Bedrohung ohne ersichtlichen Grund.

Als Figuren verwendet Muñoz Puppen, Zwerge, Ballerinen – Motive aus der Kunstgeschichte – neben alltäglichen Personen in vertrauten Situationen und erschafft daraus kammerspielartige Situationen, Spiele zwischen Wahrheit und Vorspiegelung, Lachen und Trauer, Macht und Ohnmacht. Raffiniert bezieht er den Betrachter darin ein und bricht zugleich dessen unmittelbare Nähe zu den Figuren, indem diese zwar lebensnah, doch unterlebensgroß ausgeführt sind.

Muñoz’ Kunst ist eine des Fragments, Ausschnitte aus einem unbekannten Geschehen. Der Ausdruck von Antlitz und Haltung der Figuren scheint etwas auszudrücken, besonders wenn sie zu zweit oder in Gruppen miteinander verkehren. Doch sie tun nur, als ob sie etwas täten; jede Figur steht und handelt für sich, isoliert und in sich gekehrt. Ein Bild dafür ist das Modell mit den Trommlern, die jeder für sich unhörbar trommeln und den Spiegel als ihr Publikum haben. Oder es sind die zu Conversation Pieces  arrangierten Figuren ohne Vergangenheit und ohne Zukunft – in freundlicher Kommunikation erstarrt.

 

Dieter Schwarz